18. Juli 2026 — Traum: Im ungemütlich ausgeleuchteten Hinterzimmer einer Kneipe saß ich mit einer Gruppe von Unbekannten beim Brettspiel. Das Spielbrett war kariert, aus Holz und so groß, daß es den ganzen Tisch einnahm. Es war kein Schach, sondern etwas anderes; obwohl ich sie nicht hätte erklären können, kannte ich die Regeln. Jetzt befand sich nur eine einzige Spielfigur in Form eines L-Tetrominos auf dem Brett; es war das »Panzerpferd«, das man aber aufgrund der abstrakt geometrischen Form allenfalls für einen LKW halten konnte.
Der mir gegenüber sitzende Spieler führte die Figur in Kurven über das Brett, wie um eine Straße zu markieren. »Es geschieht in großer Leere«, dachte ich. Der Gedanke enthielt keine Kritik am Mitspieler, sondern beschrieb nur die Natur des Spiels. Etwas Verwegenes lag über der Szene, aber falls das Spiel dem Zweck der Konspiration diente, war auch diese zu einer leeren Geste geworden; sie trug nichts aus, führte zu nichts und interessierte auch niemanden.
Dann wurde ich angerufen. Ich wendete mich zur Seite und sagte »Hallo«; die Mitspieler taten, als hörten sie nicht zu, aber so begabt, daß sie ihre Neugier hätten verbergen können, waren sie nicht. Dann hörte ich eine laute, bedrohliche, roboterhaft verfremdete Stimme wie in einem Film von David Lynch zu mir sagen: »Time’s up!«
Ich erschrak, und sofort war mir klar, daß das Erschrecken zum Erwachen führen mußte. Indes viel zu eitel, um mir mein Entsetzen anmerken zu lassen, gewann ich Fassung, wodurch es mir gelang, das Erwachen hinauszuzögern und seelenruhig zu denken: »So ist das also.« War die Seelenruhe echt oder nur gespielt? Es gab niemanden, der dies hätte beurteilen können, und ich selbst konnte es auch nicht. Seelenruhig wirkten auch die Mitspieler, die, alle nahezu identisch aussehend bärtig und schwarzhaarig, aus großen Augen wie ins Leere in meine Richtung starrten, als geschähe etwas Gleichgültiges, das sie nicht betraf.