Konrad Weiß: Das unstillbare Herz. Ein Lesebuch von Timo Kölling

Konrad_Weiß_Lesebuch_Cover


Im Juni 2020 ist erschienen:

Konrad Weiß: Das unstillbare Herz.
Ein Lesebuch
Ausgewählt, herausgegeben, mit einer Einleitung und einem Kommentar
von Timo Kölling

2., korrigierte, leicht überarbeitete und um den Essay »Görres« (1925)
erweiterte Auflage

236 Seiten
Taschenbuch
Eigenverlag via BoD Norderstedt
ISBN 978-3-75193-779-5
26,00 EUR

»Das unstillbare Herz« ist bei BoD, bei Amazon
sowie überall im Buchhandel bestellbar.

LESEPROBE (Einleitungsteil S. 1-46):

Das_unstillbare_Herz_Einleitung (PDF)


Über das Buch:

Botho Strauß hat den schwäbischen Dichter Konrad Weiß (1880-1940) einen »erratischen Brocken der Literatur« genannt, dem »stets auch nur der aus allgemeiner Leserschaft Abgeirrte begegnen« wird. Es wäre denn auch nicht ganz richtig, das Werk dieses »Mystiker-Dichters« und »sprödsprechenden Nachfahren der Böhme, Tauler und Baader« (Strauß) als ein vergessenes zu bezeichnen, das es wiederzuentdecken gilt. Es ist nie entdeckt gewesen. Eine Öffentlichkeit, aus deren Blickfeld er hätte verschwinden können, hat sich für den katholischen Einzelgänger nie interessiert. Zwar hat Weiß seine wenigen Bücher stets in namhaften Verlagen veröffentlichen können, ist postum eine vierbändige Gesamtausgabe seines dichterischen Werks erschienen. Doch nur aufnahmebereite, das Schwierige und nicht auf Anhieb Verständliche nicht scheuende Einzelne, zu denen der Dichter Rudolf Borchardt und der Staatsrechtler Carl Schmitt gehörten, haben sich von dem wundersam-dichten, eigen- und einzigartigen Hauch seiner Sprache und seiner Botschaft anwehen lassen. Darauf beruht die untergründige und noch zu rekonstruierende Wirkung des Lyrikers, der zugleich Kunsthistoriker und Landschaftsdeuter, Laientheologe und Geschichtsphilosoph gewesen ist und in den 1920er Jahren zu den führenden Ideologen einer »gotischen Erneuerung« gehörte.

Anders als die Auswahlbände von Friedhelm Kemp (Spuren im Wort, 1951) und Norbert Hummelt (Eines Morgens Schnee, 2005), in denen allein das lyrische Werk Berücksichtigung fand, gibt dieses Lesebuch ein in sechs Werkkreisen sich entfaltendes Bild des Weiß’schen Gesamtwerks, dessen Gehalt und innere Konstruktion zu erschließen zudem das Ziel eines den Werkauszügen folgenden interpretierenden Kommentars ist. Im Mittelpunkt steht dabei der Einfluß, den zentrale Motive und Begriffe der Weiß’schen Geschichts- und Weltauffassung, etwa die »Immaculataform« und das »Irdische«, das »Wort« und die »Schrift«, das »Bild«, die »Zelle« und das »Epimetheische«, auf das Denken von Carl Schmitt ausgeübt haben. Die Schriften von Konrad Weiß werden als Elemente einer Politischen Theologie kenntlich, die für den heutigen Leser von mehr als nur historischem Interesse zu sein vermag.

»Das unstillbare Herz«, erstmals 2011 veröffentlicht, liegt jetzt in zweiter, korrigierter, leicht überarbeiteter und um den Essay »Görres« (1925) erweiterter Auflage vor.


Über Konrad Weiß:

Konrad Weiß, 1880 in Rauhenbretzingen bei Schwäbisch Hall geboren, 1940 in München gestorben, war ein katholischer Dichter und Kunstkritiker im Umfeld des Konservatismus der Zwischenkriegszeit. Bis 1920 war er Redakteur der katholischen Zeitschrift »Hochland«, danach Mitarbeiter der »Münchner Neuesten Nachrichten«. Eine seiner Leitideen war die einer »neuen Gotik«, zu welcher er die moderne Kunst unterwegs sah.


Inhaltsverzeichnis:

Zur Schreibweise

EINLEITUNG
Rosenstück im Worte / Selbstoffenbarung der Sprache im Zeitalter ihres Verfalls. Der Dichter Konrad Weiß (1880-1940) / Zur Idee eines Konrad-Weiß-Lesebuchs / Geleitwort zur zweiten Auflage / Literaturverzeichnis

ERSTER KREIS
Zum geschichtlichen Gethsemane

Kommentar / Ölberg unserer Zeit (1913) / Zum geschichtlichen Gethsemane (1919)

ZWEITER KREIS
Gedichte aus »Tantum dic verbo« und »Die cumäische Sibylle«

Kommentar / Nachtlied / Vorübergang / Kalvaria / Weile am Weg / Mondschein im Fenster / Neue Einkehr / Seelische Jagd / Trennung / Anima reclusa / Der stete Fall zur Erde / Immerwährende Mutter / Des Falles starre Regel / Bereitung / Aus: Gesichte des Knechts auf Golgotha / Der Geist / Die Erde / Aus: Wettlauf des Knechtes mit Gott, mit der Erde und dem Menschen

DRITTER KREIS
Wider den Kulturneutralismus
Kommentar / Logos des Bildes (1920) / Aus: Das gegenwärtige Problem der Gotik (1922) / Görres (1925) / Aus: Nachgedanken zum bürgerlichen Kunstproblem (1927) / Kreatur des Wortes (1931) / Aus: Konzepte eines Katholiken in der Hindenburg-Wahl (1932) / Aus: Sinn außer der Mitte (1933) / Aus: Der deutsche christliche Epimetheus (1933)

VIERTER KREIS
Die Löwin
Kommentar / Die Löwin. Erzählung

FÜNFTER KREIS
Gedichte aus »Das Herz des Wortes«, »Das Sinnreich der Erde« und aus dem Nachlaß
Kommentar / Wiegenlied / Die Empfängnis / Maria im Dorn / Die Rose / Gott in der Krippe / Parabel / Vita kontemplativa / Morgen-Leis / Das Lied Ruhelos / Der Wolf / Mit Hölderlin / Wolken / Klage über der Schöpfung / Der Schreibende / Der Gang der Dinge / Für Carl Schmitt / 1933 / Justitia / Aus: Largiris / Eines Morgens Schnee

SECHSTER KREIS
Deutschlands Morgenspiegel
Kommentar / Blick über das Sauerland / Um das früheste deutsche Baubild


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