Leopold Ziegler, Philosoph der letzten Dinge

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Im Dezember 2016 ist erschienen:

Timo Kölling
Leopold Ziegler, Philosoph der letzten Dinge
Eine Werkgeschichte 1901-1958

537 Seiten
Broschur
ISBN 978-3-8260-6111-0
Königshausen & Neumann Verlag
EUR 58,00


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Über das Buch:

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>> Leseprobe I: Inhaltsverzeichnis
>> Leseprobe II: Teil A, Einleitung / Kapitel 1: Adalbert Stifters »sanftes Gesetz« und die Philosophie im Gegenlauf (S.9-18)
>> Leseprobe III: Teil B, Kapitel 2: Zum aktivistischen Umschlag des Kulturpessimismus in sein Gegenteil: Zieglers Sonderstellung im jungen Eugen Diederichs Verlag (S.272-293)


Leopold Ziegler (1881–1958) ist der Poet unter den deutschsprachigen Philosophen des zwanzigsten Jahrhunderts. Seiner Philosophie eignet ein künstlerischer Zug, der ihren sachlichen Gehalt zugleich realisiert und verschließt, ausdrückt und verbirgt. Ziegler hat sein Anliegen in Anknüpfung an Jakob Böhme, Franz von Baader und F. W. J. Schelling als „theosophisches“ kenntlich gemacht und damit die Grenzen der akademischen Philosophie seiner Zeit weniger ausgelotet als ignoriert und überschritten. Das Hermetische war ihm nicht allein ein Gegenstand der Beschäftigung, sondern auch ästhetisches Formprinzip eines Philosophierens, das sich der Nötigung ausgesetzt sah, die als ewig gedachten Gehalte der Tradition – der Weisheit des Ursprungs und dessen, was immer gilt – in einem Zeitalter des Traditionsbruchs zu behaupten. In der Reaktion auf diesen alle Bereiche des Lebens durchziehenden Bruch wurde Zieglers Philosophie zur Politischen Philosophie. Und weil das Zeitalter des Traditionsbruchs ein Zeitalter der Ideologien war, in welchem es keine Position mehr gab, die volle Legitimität im traditionalen Sinne für sich in Anspruch nehmen konnte, eignete Zieglers Politischer Philosophie ein eschatologischer Index, der sie in eine Philosophie der Letzten Dinge verwandelte.

Wenn die Ersten Dinge als Letzte wiederkehren, bleibt nur die Umkehr, die réalisation métaphysique des Einzelnen. Erstaunlicherweise bereitet sich dieser im Spätwerk zur Entfaltung gekommene Standpunkt bereits im Frühwerk der Jahre 1901 bis 1913 vor. Hier liegt ein Schwerpunkt der Werkgeschichte. Nach Anfängen im Umkreis von Eduard von Hartmann, tief geprägt von Wagners Erlösungsdrama und von Lagardes völkischem Nationalismus, welcher von Eugen Diederichs, in dessen Verlag Ziegler kurzzeitig veröffentlichte, zum kulturoptimistischen Programm erhoben wurde, überwand der Philosoph in krisenhaften Jahren alle diese Einflüsse. Er gewann sein Fundament, indem er sich an den Freund Karl Hofer, den Maler, hielt, von dem er die Denkfigur übernahm, dass die Darstellung wichtiger sei als das Dargestellte, die Form wichtiger als der Inhalt, der Mensch wichtiger als das Ideal. Auf dem Fundament dieser Denkfigur hat Ziegler das Gebäude seiner Philosophie errichtet, dessen anspruchsvoller Bauplan, dessen monumentale Architektur der Gegenstand der hier vorgelegten Werkgeschichte ist.

Timo Köllings im Auftrag der Leopold-Ziegler-Stiftung verfasstes Buch ist nicht nur das erste zum Thema von Ziegler, das nahezu alle veröffentlichten Texte des Philosophen in die Darstellung einbezieht, sondern auch eine philosophische Theorie von Zieglers Epoche und ein Traktat über die Wiederkehr eines eschatologischen Geschichtsbildes im 20. Jahrhundert.


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